Landschaft + Ressourcen

Klima- und ressourcenstarke Region Steirischer Zentralraum

Klimaschutz und Klimawandelanpassung, eine nachhaltige Bewirtschaftung unserer Böden, der Beitrag zur Energiewende, Kreislaufwirtschaft und Versorgungssicherheit sind zentrale Anliegen der Region. In diesem Bündelprojekt arbeiten regionale Akteure mit starken Partnern an tragfähigen und zukunftsorientierten Lösungen zu bereits gegenwärtigen Herausforderungen.

KONTAKT

Anna Lampl
T. +43 664 2847545
lampl@zentralraum-stmk.at

Projektträger
Regionalmanagement Steirischer Zentralraum GmbH
Projektlaufzeit
01/2021 - laufend
Finanzierung
StLREG

Downloads

Aktionsplan zur Klimawandelanpassung im Steirischen Zentralraum
Informationsblatt Naturgefahrencheck
Potentialanalyse zur Kreislaufwirtschaft im Steirischen Zentralraum
Planungsleitlinie für PV-Anlagen auf Freiflächen (PV Austria und ÖIR)

PHOTOVOLTAIK UND RAUMPLANUNG

Der Ausbau erneuerbarer Energiequellen ist eine der drei zentralen Säulen der EU-Klimaschutzstrategie. Die Europäische Union hat daher im Juli 2021 das Europäische Klimaschutzgesetz in Kraft gesetzt. Die österreichische Bundesregierung hat das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz – EAG beschlossen und darin die österreichweiten Ziele im Bereich der erneuerbaren Energie festgeschrieben. Konkret soll gemäß EAG die Photovoltaik bis zum Jahr 2030 bundesweit um zusätzliche 11 TWh ausgebaut werden, dies entspricht etwa dem 8-fachen der aktuell installierten Leistung. Auf Ebene des Landes Steiermark werden aktuell die Zielformulierungen der Klima- und Energiestrategie Steiermark (KESS) angepasst. Weiters ist die Erlassung eines Entwicklungsprogramms für den Sachbereich Erneuerbare Energie (SAPRO) geplant.

 

Der Ausbau der Photovoltaik soll zwar prioritär durch die Installation von PV-Anlagen auf Dächern erfolgen, jedoch sind auch PV-Freiflächenanlagen zur Zielerreichung notwendig. Der PV-Ausbau bis zum Jahr 2030 bringt somit auch eine zunehmende Flächenkonkurrenz mit sich und muss unter Abwägung unterschiedlicher Interessen erfolgen. Um die Gemeinden bei raumplanerischen Entscheidungen und Entwicklungsfragen im Bereich des Photovoltaikausbaus zu unterstützen, wurde 2021 eine erste regionsweite Grundlagenanalyse im Steirischen Zentralraum erstellt. Darauf aufbauend wird 2022 ein Informations- und Unterstützungsprozess für die Gemeinden im Steirischen Zentralraum gestartet, um Handlungsmöglichkeiten auf kommunaler Ebene aufzuzeigen.

KLIMAWANDELANPASSUNG

Die Folgen des Klimawandels zeigen sich immer deutlicher: Starkregen, Temperaturextreme oder Wasserknappheit stellen Gemeinden vor neue Herausforderungen. Zusätzlich zu Klimaschutzmaßnahmen zur Senkung der Treibhausgasemissionen braucht es daher auch Maßnahmen zur Anpassung an die bereits heute spürbaren Klimawandelauswirkungen. Aufgrund der umfangreichen Kompetenzen und ihrer Bürgerinnen- und Bürgernähe nehmen Gemeinden dabei eine zentrale Rolle ein. Das Regionalmanagement begleitet die Gemeinden der Region auf dem Weg in eine klimafitte Zukunft. Dazu wurden gemeinsam mit der Klimaschutzkoordination des Landes und der Energie Agentur Steiermark Betroffenheiten zum Klimawandel und Naturgefahren für die gesamte Region erhoben und auf dessen Basis Aktionspläne zur Klimawandelanpassung für alle Gemeinden erstellt.

 

Weiters wurden in 10 Gemeinden der Region Naturgefahrenchecks durchgeführt. Alle Ergebnisse finden sich in einer Aktionsmappe wieder, welche allen Gemeinden übergeben wurden. Sie fassen die Erhebungen zusammen, zeigen übersichtlich Klimawandelanpassungsmaßnahmen und Vorzeigeprojekte auf und bilden kompakt Ansprechstellen und Förderprogramme ab. Im Zuge der Abschlussveranstaltung am 30. November 2021, feierlich eröffnet von Fr. LRin Mag.a Ursula Lackner, wurden die Mappen präsentiert. Dazu erhielten die Gemeinden und alle Teilnehmer:innen die Möglichkeit, sich zu Erfahrungen und guten Beispielen auszutauschen. 2022 finden weitere Vernetzungstätigkeiten statt um Umsetzungen aus dem Aktionsmappen zu fördern.

 

Foto (c) Land Stmk. / Purgstaller, v.l.n.r.: Anna Lampl, MSc, LAbg. Erwin Dirnberger, LRin MMag.a Barbara Eibinger-Miedl, LRin Mag.a Ursula Lackner, Bgm. Mag. Bernd Osprian, Mag.a Kerstin Weber

Online-Pinnwand zur regionalen Klimawandelanpassung

Auf unserem Padlet finden Sie Anregungen, Förderungen, gute Beispiele und nützliche Links zum Thema Klimawandelanpassung. Gerne können Sie hier Ihre Erfahrungen und Informationen ergänzen:

 

POTENTIALANALYSE KREISLAUFWIRTSCHAFT

Im Bereich des Klimaschutzes kann Kreislaufwirtschaft einen spannenden Beitrag leisten. Sie spielt für den Erhalt unserer natürlichen Umwelt und deren Ressourcenvielfalt zunehmend eine gewichtige Rolle und kann zusätzlich Wertschöpfung in der Region halten. So ist deren Förderung auch ein zentrales Anliegen der Europäischen Union und in Landesstrategien sowie der Regionalen Entwicklungsstrategie des Steirischen Zentralraums verankert. Im Rahmen unseres Projektes „PA©K“ erarbeiteten wir mit der KF-Universität Graz und der ARGE Abfallvermeidung Handlungsfelder für Gemeinden und unsere Region, um im Sinne einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft Wertstoffe nachhaltiger einzusetzen und das Abfallaufkommen zu reduzieren.

 

Die ersten Ergebnisse wurden im Format der Online-Talks – offen für alle Interessierten – im Herbst 2021 mit Expert:innen diskutiert. Darunter fielen Themen wie die Bauwirtschaft, Reparieren & Verleihen sowie regionale Lebensmittel & Direktvermarktung. Im Dezember 2021 fand die Online-Abschlussveranstaltung mit Gemeinden und Stakeholdern der Region statt, bei der wesentlichsten Ergebnisse und Handlungsfelder für Gemeinden und Gemeindekooperationen präsentiert wurden. 2022 und darüber hinaus können nun pilothafte Umsetzungen in den Gemeinden folgen. Eine Nachschau zu den Online-Talks und der Abschlussveranstaltung finden Sie hier:

Online-Pinnwand zur Regionalen Kreislaufwirtschaft

Auf unserem Padlet finden Sie Anregungen, Förderungen, gute Beispiele und nützliche Links zum Thema Kreislaufwirtschaft. Gerne können Sie hier Ihre Erfahrungen und Informationen ergänzen:

UNSER BODEN – UNSER LEBEN

Wesentlich für den Erhalt und Aufwertung regionaler Ressourcen sind auch die Bereiche Boden- bzw. Wasserschutz, Vermeidung von Erosion und Bodenverbesserung. Gezielter Humusaufbau bindet CO2 aus der Atmosphäre, ist die Grundlage für einen nachhaltigen Ackerbau, fördert Biodiversität und ist Teil des Erhalts eines intakten Wasserkreislaufes und somit auch der Klimawandelanpassung.

In Kooperation mit dem Verein der Wasserschutzbauern und Gemeinden der Region wird an diesen Themen gearbeitet. Gemeinsam mit lokalen Landwirten und der Bio Forschung Austria werden Bodendaten erhoben, Schauversuche erstellt und Maßnahmen wie Schulungen zu Humusbilanzrechnungen durchgeführt. Bei Exkursionen, Informations- und Fachveranstaltungen wird Wissensaustausch ermöglicht. Mit Schaukästen vor Ort und Workshops zur Bewusstseinsbildung an Schulen werden auch die Bevölkerung und Kinder mit einbezogen und informative Begegnungszonen errichtet. Teilnehmende Betriebe erhalten zudem eine Auszeichnung des Vereins der Wasserschutzbauern.

JUGEND UND NACHHALTIGKEIT

Aufbauen auf dem geplanten Projekt „Regionalpolitik trifft Jugend“, welches durch Mittel der A6 – Fachabteilung Gesellschaft, Referat Jugend finanziert und im Frühjahr 2022 umgesetzt wird, soll auf artikulierten Anliegen, Wünschen und Ideen von Jugendlichen im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaschutz aufgebaut werden. Projektziel ist es, Jugendliche und Jugendgruppen zu aktivieren, ihnen eine Stimme zu geben und sie in genannten Bereichen bei Umsetzungen zu unterstützen und sie für nachhaltige Aktivitäten zu motivieren.

 

Im Rahmen von Fachvorträgen und Workshops werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie man sich lokal oder regional im Bereich Klima-, Boden- & Wasserschutz einbringen kann. Sämtliche bereits bestehende Initiativen werden greifbar aufgezeigt und können zu Neuem anregen. Weiters soll die Anwendung der sogenannten „sustainlabel“ – Zertifizierung, als Auszeichnung für engagierte Ju-gendgruppe und Vereine im Bereich Nachhaltigkeit, erprobt und besser anwendbar gemacht werden. Unterstützung und Aktivierung von Jugendlichen und Jugendgruppen im Bereich von Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

LEBENSMITTELPUNKTE

Ein verbesserter Zugang zu regionalen und saisonalen Lebensmitteln und damit einhergehende kürzere Transportwege ermöglichen eine Reduzierung von CO2 und tragen zur Förderung von kleinstrukturierten Betrieben bei. Dazu entwickelte das Projektteam der Grazer Energieagentur und Hillob OG ein kund_innen- und lieferant_innenfreundliches Konzept eines regionalen Selbstbedienungsautomaten- und Schließfachsystems. Bei „Baula Pausenlos“ sind ausschließlich nachhaltige und qualitätsgeprüfte Lebensmittel aus der Region zu finden. In Betrieb genommen wurde der erste Pilotstandort in der Gemeinde Feldkirchen bei Graz Dezember 2021.

Foto: Bgm. Erich Gosch mit Regionalmanagement Steirischer Zentralraum, Grazer Energieagentur, Landwirtschaftskammer Steiermark, Hillob OG
Unterstützt aus Mitteln des Steiermärkischen Landes- und Regionalentwicklungsgesetzes.