Photovoltaikausbau im Steirischen Zentralraum

Energie zu sparen, aber auch der Ausbau erneuerbarer Energieträger zur Erreichung der Klimaziele ist so aktuell und dringlich wie noch nie. Der Ausbau von Photovoltaik birgt neben Chancen für Kommunen auch Herausforderungen. In der Region werden Aktivitäten gesetzt, um mit den Gemeinden Handlungsmöglichkeiten auf kommunaler Ebene zu diskutieren.

Hintergrund

 

Der Ausbau erneuerbarer Energiequellen ist eine der drei zentralen Säulen der EU-Klimaschutzstrategie. Österreichweit soll gemäß Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) die Photovoltaik bis zum Jahr 2030 bundesweit um zusätzliche 11 TWh ausgebaut werden, dies entspricht etwa dem 8-fachen der aktuell installierten Leistung. Der Ausbau der Photovoltaik soll zwar prioritär durch die Installation von PV-Anlagen auf Dächern erfolgen, jedoch sind auch PV-Freiflächenanlagen zur Zielerreichung notwendig. Gemeinden kommt hierzu für klein- und mittelgroße Anlagen auf Freiflächen aufgrund ihrer Widmungskompetenz eine entscheidende Rolle zu.

Der rasche PV-Ausbau bis zum Jahr 2030 bringt somit auch eine zunehmende Flächenkonkurrenz mit sich und muss unter Abwägung unterschiedlicher Interessen erfolgen. Eine frühe Auseinandersetzung mit gemeindeeigenen Bedarfen, Möglichkeiten und Ressourcen sowie eine gemeindeinterne PV-Strategie bieten eine nachhaltige Argumentationsbasis für Entscheidungen.

Unterstützung auf dem Weg zur PV-Ausbaustrategie auf Gemeindeebene

 

Unterstützt durch das Regionalbudget wurde 2021 eine erste regionsweite Grundlagenanalyse für Potential- und Konfliktbereiche im Photovoltaikausbau auf Freiflächen, auf Basis des Leitfadens zur Standortplanung und Standortprüfung für PV-Freiflächenanlagen des Landes Steiermark, beauftragt. Die auf Regions- und Gemeindeebene gewonnenen Daten und Arbeitskarten dienen den Gemeinden als Basis für eine weiterführende und vertiefende Diskussion für ihre PV-Strategie.

Informations- und Diskussionsveranstaltung

An insgesamt vier Terminen informierte das Regionalmanagement im Rahmen von Informations- und Diskussionsveranstaltungen über die Ergebnisse und aktuelle bundesweite Zielvorgaben sowie zu Chancen und Herausforderungen, die sich daraus ableiten lassen. Steuerungsmöglichkeiten auf kommunaler Ebene wurden diskutiert. Durch die Veranstaltungen führte als Referent Mag. Johannes Leitner vom Büro REGIONALENTWICKLUNG Leitner & Partner ZT GmbH. Zusätzlich wurden auch Beratungstermine mit Gemeinden und Kleinregionen durchgeführt. Diese dienten dazu, sich über mögliche Projektvorhaben (beispielsweise bei konkreten Betreiberanfragen) auszutauschen und zu Instrumenten, wie dem Sachbereichskonzept Energie, und Gemeindestrategien ins Gespräch zu kommen.

Zusammenfassung

Infoveranstaltung

Die inhaltliche Zusammenfassung der Informations- und Diskussionsveranstaltungen Photovoltaikausbau im Steirischen Zentralraum ist zum Download verfügbar!
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Förderung von Energiegemeinschaften als neue Organisationsform

Durch ein für die Veranstaltung aufgenommenes Video von Hr. Johannes Kohlmaier, MSc von der Energie Agentur Steiermark wurde im Rahmen der Informations- und Diskussionsveranstaltungen zudem das Thema Erneuerbare Energiegemeinschaften (EEG) aufgegriffen. Energiegemeinschaften leisten einen wesentlichen Beitrag zur Demokratisierung und Dezentralisierung des Energiesystems. Durch die Gründung einer EEG haben beispielsweise nun auch Gemeinden, wie auch Private oder Klein-und Mittelbetriebe gesetzlich die Möglichkeit in gemeinschaftlichen Verbrauch und Verkauf des erzeugten Stroms einzutreten. Gemeinden können somit bspw. als Produzenten durch Anlagen auf öffentlichen Gebäuden auftreten und somit eigene Ortsteile versorgen. Eine zentrale Ansprechstelle des Gemeindeservice Steiermark betreut alle Anliegen und Fragen rund um die Gründung einer EEG.

Empfehlungen zur weiteren Vorgangsweise

Mit einer PV-Ausbaustrategie schafft sich die Gemeinde ein Regelwerk, mit welcher sie auf Einzelanfragen gezielt reagieren kann. Zusätzlich zu Raumplaner:innen und Expert:innen ist es auch unerlässlich, lokale Netzbetreiber in die Diskussion mit einzubinden, um Infrastrukturbedarfe und Fragen der Netzauslastung bereits früh im Prozess zu berücksichtigen.

In puncto Dachflächen liegt viel Potential im Bestand, beispielsweise in Hinblick auf Gewerbehallen, Industriedächer, Einkaufszentren oder auch bei der Überdachung von großen Parkplätzen. Neben der Analyse der gemeindeweiten Dachflächenpotentiale können Potentiale und Konfliktbereiche auf Freiflächen beispielsweise unter Heranziehung der Daten der Grundlagenanalyse eruiert werden. Letztlich sollten erarbeitete Qualitäts- und Gestaltungskriterien sowie wesentliche identifizierte Konfliktbereiche in den örtlichen Raumplanungsinstrumenten verankert werden.

Die Daten der Grundlagenanalyse wurden den Gemeinden gemeinsam mit einer Erläuterung zur weiteren Verwendung sowie einer Zusammenfassung der Informationen aus den Veranstaltungen übermittelt. Als Ergebnis des Regionsprojektes 2022 werden Grundlagen, Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten für Gemeinden übersichtlich in einem Dokument zur weiteren Verwendung gesammelt und dargestellt.

 

Die Aktivitäten zum Photovoltaikausbau im Steirischen Zentralraum sind Teil des Bündelprojekts „Klima- und ressourcenstarke Region Steirischer Zentralraum“ und werden aus Mitteln des Steiermärkischen Landes- und Regionalentwicklungsgesetzes (StLREG 2018) unterstützt.

Weiterführende Infos

Energie Agentur Steiermark: Kontakt Energiegemeinschaften
Österreichische Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften
Leitfaden Standortplanung und Standortprüfung für PV-Freiflächenanlagen (Adaptierung 4/2021)
Planungsleitlinie für PV-Anlagen auf Freiflächen (PV Austria und ÖIR)
Energiemosaik Austria: Modell des Energieverbrauchs in Städten und Gemeinden
Solardachkataster Steiermark: PV-Dachflächenpotential ermitteln
Unterstützt aus Mitteln des Steiermärkischen Landes- und Regionalentwicklungsgesetzes.