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Studie Koralmbahn

Mit der Eröffnung der Koralmbahn werden sich die Erreichbarkeitsverhältnisse im Süden von Österreich grundlegend verändern. Aufgrund der Verkürzung der Fahrzeit zwischen Graz und Klagenfurt auf ca. ein Drittel der bisherigen Fahrzeit wird der Radius für Tagespendeln stark erweitert. Dadurch ist im Steirischen und Kärntner Zentralraum neben den wirtschaftlichen Auswirkungen auch mit Auswirkungen auf die Siedlungsentwicklung, auf den Wohnbedarf und den Bereich Bildung zu rechnen.

Kontakt

office@zentralraum-stmk.at
0316 25 38 60

Projektträger
Regionalmanagement Steirischer Zentralraum
Projektlaufzeit
01/2021 bis 10/2021
Finanzierung
StLREG
Studie Koralmbahn - Abstract

Die Region Steirischer Zentralraum hat in Kooperation mit dem Stadtplanungsamt der Stadt Graz und dem Büro regionalis untersucht, ob durch die neue Südbahn die Nachfrage nach Wohnungen und Ausbildungsplätzen in den Stadtregionen Graz und Klagenfurt beeinflusst wird und welche Handlungsempfehlungen für den Zentralraum abgeleitet werden können. Die Ergebnisse sollen einen fachlichen und politischen Diskurs zu zweckmäßigen Begleitmaßnahmen ermöglichen.

Untersuchte Fallbeispiele aus Österreich, Deutschland und der Schweiz haben gezeigt, dass sowohl die Entwicklungen im Bereich der Wirtschaft als auch bei Universitäten und FHs von vielen anderen Faktoren beeinflusst werden und daher nur eine Annäherung der konkreten Wirkungen der Koralmbahn möglich war.
Erste Abschätzungen der quantitativen Auswirkungen der Koralmbahn auf die Themenbereiche Wohnen und Bildung können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Bis zu 2.500 Studierende aus Kärnten bzw. bis zu 250 Studierende aus der Steiermark
    könnten die Koralmbahn für den Besuch der Ausbildungsstandorte im jeweils anderen
    Bundesland nutzen.
  • Neue wirtschaftliche Aktivitäten werden zu einem Anstieg der Beschäftigung führen.
  • Bis zu 3.000 neue Erwerbspendler:innen könnten in Zukunft die Koralmbahn zum Erreichen ihres Arbeitsplatzes im Steirischen Zentralraum nutzen.
  • Der Druck auf die Siedlungsentwicklung im Einzugsbereich der Haltestellen und Bahnhöfe entlang der Koralmbahn steigt.
  • Durch die neue räumliche Nähe des Steirischen und des Kärntner Zentralraumes wird
    ein gemeinsamer Wirtschafts- und Bildungsraum „Südösterreich“ entstehen.

Aus diesen erwartbaren Entwicklungen wurden für die unterschiedlichen Beteiligten im Projektgebiet Handlungsempfehlungen abgeleitet.

  • Die Entwicklung einer abgestimmten „Vision 2025“ für die gesamte Achse der Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt.

Weitere Empfehlungen betreffen:

  • Die Reduktion des Flächenverbrauchs bei der Siedlungsentwicklung außerhalb des Zentralraumes, insbesondere im Nahbereich der Bahnhöfe und Haltestellen,
  • die abgestimmte Entwicklung von Wohnungen und Arbeitsplätzen sowie
  • die Abstimmung der Entwicklungen in den Bildungsstandorten Graz und Klagenfurt.

Damit soll die Etablierung eines gemeinsamen Bildungsstandorts Südösterreich sowie die Umsetzung einer bundesländerübergreifenden Strategie für die Ansiedlung von Wohnbevölkerung und Arbeitsplätzen entlang der Koralmbahn erreicht werden. Um rechtzeitig steuernd eingreifen zu können, wurde im Rahmen der Abschlusspräsentation dieser Studie von den Beteiligten die Bildung einer regions- und bundesländerübergreifenden Arbeitsgruppe beschlossen. Aufgabe der Arbeitsgruppe ist die vorausschauende Abstimmung der Entwicklungen entlang der Koralmbahn. Die Zusammenarbeit im neu entstehenden Wirtschafts- und Bildungsstandort wird von allen Beteiligten als große Chance gesehen, die nur unter kontinuierlicher Kooperation und Abstimmung optimal genutzt werden kann.

Ein herzlicher Dank gilt den Workshop-TeilnehmerInnen des Regionalmanagements Südweststeiermark, der Stadt Graz und Klagenfurt, des Landes Steiermark und Kärnten, allen Interviewpartner:innen sowie Studierenden, die an der Umfrage teilnahmen.

 

Unterstützt aus Mitteln des Steiermärkischen Landes- und Regionalentwicklungsgesetzes.