03-03-2022 | News

Neue Leitlinien für PV-Anlagen im Freiland

PV Austria und ÖIR veröffentlichten mit der neuen Planungsleitlinie neun Mindeststandards, wie PV-Freiflächenanlagen bestverträglich für Umwelt und Raum ausgestaltet werden sollen. Sie richtet sich an Entwickler, Kommunalpolitik und die interessierte Öffentlichkeit und will damit Chancen für eine verträgliche Entwicklung aufzeigen, um Versiegelungstendenzen und Landschaftsbrüche bestmöglich zu vermeiden.

Erneuerbare Energien und Klimaschutz

Der Ausbau erneuerbarer Energiequellen ist eine der drei zentralen Säulen der EU-Klimaschutzstrategie. Die österreichische Bundesregierung hat das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz – EAG beschlossen und darin die österreichweiten Ziele im Bereich der erneuerbaren Energie festgeschrieben. Konkret soll gemäß EAG die Photovoltaik bis zum Jahr 2030 bundesweit um zusätzliche 11 TWh ausgebaut werden, dies entspricht etwa dem 8-fachen der aktuell installierten Leistung. Auf Ebene des Landes Steiermark ist die Erlassung eines Entwicklungsprogramms für den Sachbereich Erneuerbare Energie (SAPRO) geplant.

Der Ausbau der Photovoltaik soll zwar prioritär durch die Installation von PV-Anlagen auf Dächern erfolgen, jedoch sind auch PV-Freiflächenanlagen zur Zielerreichung notwendig. Der PV-Ausbau bis zum Jahr 2030 bringt somit auch eine zunehmende Flächenkonkurrenz mit sich und muss unter Abwägung unterschiedlicher Interessen erfolgen. Damit beim Ausbau der Erhalt der ökologischen Funktionen der Flächen und des Landschaftsbildes sichergestellt werden, müssen bei der Ausgestaltung gewisse Parameter beachtet werden.

Orientierungsleitfaden für Kommunen

PV Austria und ÖIR präsentierten nun die neue Planungsleitlinie zur Errichtung von PV-Freiflächenanlagen unter Berücksichtigung von Auswirkungen auf Umwelt und Raum. Sie soll Orientierung für Kommunen genauso wie für Planer:innen oder die interessierte Öffentlichkeit bieten. In der Erarbeitung wurden sowohl Unternehmen aus der Branche als auch Naturschutzorganisationen und Institutionen eingebunden.

Die Inhalte der Leitlinie umfassen etwa die bauliche Ausführung, die ökologische Funktionsfähigkeit der Flächen, die gute Planungspraxis und das Flächenmanagement. Festgehalten wird in diesem Zusammenhang weiters, dass neben den konkreten Umsetzungsstandards wie z.B. hinsichtlich Modulanordnung und Moduldichte, zu Landschaftsbild und Pflegekonzept auch die Planungspraxis mit Einbindung der Bevölkerung eine Voraussetzung für eine erfolgreiche natur- und raumverträgliche Umsetzung der Freiflächenanlagen darstellt.

Um die Gemeinden bei raumplanerischen Entscheidungen und Entwicklungsfragen im Bereich des Photovoltaikausbaus zu unterstützen, wird vom Regionalmanagement Steirischer Zentralraum 2022 ein Informations- und Unterstützungsprozess für die Gemeinden im Steirischen Zentralraum gestartet, um Vorsorge- und Handlungsmöglichkeiten auf kommunaler Ebene aufzuzeigen.

Initiativen für den Steirischen Zentralraum in diesem Themenfeld sind Teil des Regionalen Themenschwerpunktes „Achtsamen Umgang mit Umwelt, Landschaft + Ressourcen sicherstellen“.

Unterstützt aus Mitteln des Steiermärkischen Landes- und Regionalentwicklungsgesetzes.