PROJEKTBESCHREIBUNG
Tracht ist ein lebendiger Teil des regionalen Kulturerbes – verbunden mit Handwerk, Geschichte und sozialer Bedeutung.
Sie prägt das Bild der Region und erzählt von ihrer Vielfalt. Heute verändert sich der Umgang mit Tracht: Formen, Stile und Bedeutungen entwickeln sich weiter, neue Ausdrucksformen entstehen. Modische Imitate überlagern dabei oft den historischen und regionalen Kontext, zentrale Aspekte traditioneller Kleidung verschwinden.
Damit das kulturelle Wissen nicht verloren geht, braucht es Räume für Austausch, Begegnung und gemeinsames Lernen. Gerade junge Menschen stehen vor gesellschaftlichen Herausforderungen – wenn sie beteiligt werden, stärkt die Orientierung, Teilhabe und Verantwortungsbewusstsein. Gleichzeitig wächst der Bedarf an identitätsstiftenden Angeboten, die kulturelle Vielfalt sicht- und erlebbar machen. Regionale Traditionen wie die Tracht können genau hier wirksam werden – als verbindendes Element zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Im Mittelpunkt des Projektes stehen kreative Beteiligung, zeitgemäße Vermittlungsformate und der Aufbau von Wissen, das nicht nur erhalten, sondern mit Begeisterung weitergegeben wird. Darüber hinaus wird durch systematische Dokumentation und gezielte Weitergabe ausgewählter Stücke historisches Wissen gesichert und öffentlich zugänglich gemacht.
Zentrales Element ist die aktive Einbindung junger Menschen, die im Rahmen des Projekts geschult werden und vielfältige Aufgaben übernehmen – von der digitalen Erfassung über Vermittlungsformate bis zur Mitgestaltung des extern organisierten Trachtenflohmarkts in Frohnleiten der als Lern- und Begegnungsraum für kulturelle Teilhabe dient.
Inhaltlich werden zu Beginn Grundlagen mit Experten und Expertinnen aus dem Bereichen Volkskultur, Handwerk und Regionalentwicklung erarbeitet – etwa zu Materialien, Schnittformen oder regionalen Unterschieden. Daraus entsteht ein Leitfaden, der sowohl der Schulung als auch der Qualitätssicherung dient.
In begleitenden Workshops entwickeln Jugendliche, Ehrenamtliche und aktive VertreterInnen von Traditionsvereinen gemeinsam Kompetenzen in Projektarbeit, Öffentlichkeitsarbeit, Kundenkontakt, Handwerk und Kulturvermittlung. Der generationenübergreifende Austausch steht dabei im Zentrum – sowohl in der inhaltlichen Arbeit als auch im gemeinsamen Tun.
Das Projekt ist in Frohnleiten verankert – mit dem Jugendzentrum und dem dortigen Trachtenflohmarkt als zentrale Orte für Workshops, Begegnung und Sichtbarkeit. Gleichzeitig wird der Kontakt zu den LOGO-Jugendzentren im Grazer Bergland aktiv gesucht, um die Projektidee regional weiterzutragen, Kooperationen anzustoßen und weitere Jugendliche sowie verbandliche Strukturen – etwa Landjugend oder Musikvereine – zur Teilnahme an Workshops und Schulungen einzuladen.
Die Umsetzung erfolgt bewusst in einem transgenerationalen Rahmen: Jugendliche, ehrenamtlich Engagierte und erfahrene AkteurInnen aus dem Bereich Tracht und Kultur arbeiten gemeinsam an Inhalten, Vermittlung und Gestaltung. Die Ergebnisse werden digital dokumentiert und auf vielfältige Weise öffentlich präsentiert – durch kuratierte Schaufenster, kleine Displays, partizipative Aktionen im Ort sowie Beiträge in Printmedien, Social Media und regionalem Fernsehen.
Begleitet wird das Projekt durch eine Dokumentation, die Methoden, Inhalte und Erfahrungen systematisch festhält. So entsteht eine übertragbare Grundlage, die andere Gemeinden oder Organisationen für eigene Initiativen im Bereich Kulturerbe, Jugendbeteiligung und Regionalentwicklung nutzen können.








