Baukultur: Bauen im Steirischen Zentralraum

Die Region Steirischer Zentralraum wächst stetig und findet sich zunehmend in einem Spannungsfeld zwischen Bestand und Erweiterung. Alltägliches Bauen prägt nachhaltig unser Landschaftsbild. Ein sensibler Umgang mit den vorhandenen Landschafts- und Flächenressourcen soll in diesem Projekt unterstützt und erreicht werden.


Angestrebte Zielsetzungen und Maßnahmen

  • Verbesserung der baukulturellen Entwicklung im Steirischen Zentralraum
  • Schaffung von Argumentationshilfen und Unterstützung der Baubehörden
  • Bewusstseinsbildung für die Förderung der gestalterischen Qualität, sowie auf Zusammenspiel von gebauter Umwelt und Fragen des Klimawandels, bspw. durch Aspekte der Bebauung, Grünausstattung und Gestaltung des Gebäudeumfeldes
  • Fachliche Begleitung und Bearbeitung von Pilotprojekten
  • Erarbeiten eines baukulturellen Leitbildes als Bekenntnis der Region
  • Erarbeitung eines regionalen Leitfadens für Bauwerber, Planer und Interessierte
  • Unterstützung in der Umsetzung des baukulturellen Leitbildes, bspw. in der Einrichtung von Gestaltungsbeiräten

Aktivitäten 2018

  • Gemeinde Wundschuh, Pilot: Standortentwicklung Gemeindeamt/Ortszentrum Wundschuh
  • Baukulturelle Bestandsaufnahme für die Teilregion Hügelland-Schöcklland

Aktivitäten 2019

  • Baukulturelle Bestandsaufnahme für weitere drei Betrachtungsregionen Süden von Graz, Nordwesten und Bezirk Voitsberg
  • Erstellung eines baukulturellen Leitbildes für den Steirischen Zentralraum, in Zusammenarbeit mit den Gemeinden im Rahmen von Workshops

Aktivitäten 2020

  • Endfertigung des baukulturellen Leitbildes für den Steirischen Zentralraum
  • Erstellung des baukulturellen Leitfadens für die Region
  • Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit

 

Baukulturelles Commitment des Steirischen Zentralraums:

Baukultur wird als die qualitätsvolle Weiterentwicklung der Orte und als positiver Standortfaktor der Region anerkannt.

Die Gemeinden bekennen sich zu einem hohen Qualitätsanspruch bei Neu-, Um- und Zubauten sowohl im Wohnbau als auch bei Gewerbe und landwirtschaftlichen Bauten.

Man ist bestrebt wertvolle Ensembles und Gebäude zu schützen und in ihrer Qualität langfristig zu erhalten.

Eine frühzeitige Beratung der Bauwerber, leitbildorientierte Beurteilung von Bauvorhaben, sowie Einrichtung von Gestaltungsbeiräten sind wertvolle Instrumente zur Umsetzung des Leitbildes.

Städtebauliche und baukünstlerische Wettbewerbe werden insbesondere bei kommunalen Bauten und im Wohnbau angewendet.

Kontakt

Regionalmanagement Steirischer Zentralraum, Anna Lampl, MSc

lampl@zentralraum-stmk.at

Steuerungsgruppe:

  • Regionalmanagement Steirischer Zentralraum
  • Baubezirksleitung Steirischer Zentralraum, Referat für Wasser, Umwelt und Baukultur
  • Landentwicklung Steiermark

 

Projektlaufzeit: 06/2018 - 12/2020

Das Projekt wird aus Mitteln der Region im Rahmen des Stmk. Landes- und Regionalentwicklungsgesetzes finanziert.

1. Workshop zum baukulturellen Leitbild in Hart bei Graz

Eine qualitätsvolle zukünftige Siedlungsentwicklung und bewussteres Bauen soll den Steirischen Zentralraum noch lebenswerter machen.


Eines der Ziele des Projektes ist die Erarbeitung von baukulturellen Leitbildern, die für Gemeinden, Verwaltung und BauwerberInnen eine Unterstützung bei zukünftige Bauvorhaben darstellen sollen. Die Erarbeitung der Leitbilder erfolgt dabei auf Grundlage der bereits durchgeführten Baukulturellen Bestandsaufnahmen in den einzelnen Teilregionen. Für die 12 Gemeinden der Betrachtungsregion „Hügelland-Schöcklland“ fand am 20. September der 1. Leitbild Workshop in Hart bei Graz statt.

Die Gemeinde wurde dabei nicht zufällig gewählt. Allein 2018 kam es zu einem Bevölkerungsplus in der die Gemeinde von mehr als 3%, die Einwohnerzahl überschritt die 5.000 Einwohner Marke. Für 2019 ist eine ähnliche Steigerung zu erwarten. Aufgrund des Siedlungsdrucks sind daher zusätzliche, gestalterisch wirkende und steuernde Instrumente, für Bgm. Frey eine höchst notwendige und sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden Planungsinstrumenten in Raumordnung und im Bauwesen. Eine gemeinsame, gemeindeübergreifende Betrachtung und Bearbeitung dient dem Verständnis und wird begrüßt.

Fachlich begleitet durch ein Architektenteam wurden bei diesem Workshop einzelne baukulturell bedeutsame Gestaltungselemente, wie etwa Stellung im Gelände, Gebäudeform, Gebäudehöhe, Dachformen, Einfriedungen oder auch Fragen der Außengestaltung oder Geländeveränderungen behandelt und für die weitere gemeindebezogene Anwendung definiert. Grundsätzliche, zukünftige Vorgehensweisen standen im Vordergrund. Eine detaillierte Betrachtung mit vorzusehenden Vorgaben werden in einem weiteren Treffen definiert, bevor das Leitbild zur gemeindeinternen Verwendung inkl. Information und Behandlung in den Gremien bereitgestellt wird.

Der Region Steirischer Zentralraum wurde für das Gesamtprojekt in drei weitere Betrachtungsregionen gegliedert. Für die Teilregionen Graz-Umgebung Süd, Graz-Umgebung Nordwest und Voitsberg werden in den nächsten Wochen ebenfalls die jeweiligen Bestandsaufnahmen präsentiert und Leitbildworkshops geplant.

1. Bürgermeisterfrühstück in der Marktgemeinde Kumberg

Am 14. Juni wurden im 450 Jahre alten Gebäude der Alten Backstube am Kumberger Hauptplatz die Ergebnisse der Bestandsaufnahme durch das beauftragte Projektteam Nina Kuess (Kuess Architektur ZT) und holz.architekten ZT KG, Karin Magnes und Andreas Voit, vorgestellt. In dieser Arbeit wurden vorhandene Strukturen, wie historisch gewachsene Dörfer und Siedlungsräume, aber auch Industrie- und Gewerbeflächen, sowie landwirtschaftliche Hofstellen exemplarisch dokumentiert.


Die Bestandsaufnahme dient als Grundlage für die Erarbeitung eines Baukulturellen Leitbildes und Leitfadens, welche in der Folge ab Herbst 2019 in mehreren Workshops mit GemeindevertreterInnen entwickelt werden sollen. Die einhellige Meinung und das Anliegen der anwesenden GemeindeverteterInnen ist es, die Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung sowie Öffentlichkeitsarbeit zukünftig zu forcieren, um auf mehreren Ebenen ansetzen zu können. Workshops für Gemeinden sowie Informationen für BewohnerInnen und Bauherren sind geplant.

Projektziel ist es, das Verständnis für qualitativ hochwertiges und landschafts- und gebietsbezogenes Bauen zu fördern, sowie den Umgang mit bestehenden Strukturen und Entwicklungen, wie etwa den Klimawandel, zu berücksichtigen.