Lokale Agenda 21 - Beteiligungsprozesse

Mit der Förderung von Beteiligungsprozessen können Gemeinden gemeinsam mit BürgerInnen Visionen und Maßnahmenpläne erarbeiten.

Durch die Einbindung der lokalen Bevölkerung und Akteure kann gemeinsam ein wünschenswertes Bild für die Zukunft der Gemeinde entwickelt werden, an Problemstellungen gearbeitet und Bewusstseinsbildung betrieben werden. In Beteiligungsprozessen erfährt die Gemeinde wichtige Eindrücke ihrer BürgerInnen und kann Verantwortungen zur Umsetzung von Lösungen übertragen. Die Themen können je nach Gemeinde ganz unterschiedlich sein: Leerstandsnutzung, Jugendintegration, Mitentscheidung bei kommunalen Infrastrukturprojekte, etc.

Diese Form des gemeinsamen Erarbeitens und Umsetzen von Visionen und Lösungen bringt gleich mehrere Vorteile mit sich: Einerseits wird ein Einblick in verschiedene Lebensbereiche der Bevölkerung gewährt. Dieser kann genutzt werden, um frühzeitig relevante Themen zu erkennen und dementsprechend zu handeln. Andererseits wird durch das Aktivieren der BürgerInnen die regionale Identität gestärkt, Engagement gefördert und dadurch die Lebensqualität erhöht. Partizipation wirkt also auf verschiedenen Ebenen nachhaltig!

Für Projekte betreffend der Lokalen Agenda 21 sind wir beratend und koordinierend für Gemeinden und Prozessbegleiter tätig.

Kontakt:

Anna Lampl, MSc

lampl@zentralraum-stmk.at


Die Agenda 21 wurde bei der Rio-Konferenz 1992 als weltweites Programm für den Kurswechsel zu einer nachhaltigen Entwicklung beschlossen. Den späteren Generationen sollen dieselben Möglichkeiten zur Verfügung stehen, wie auch unsere Generation. Diese Nachhaltigkeit soll sich in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen wiederfinden. Gemeinden und Regionen werden dazu aufgefordert in einen Dialog mit ihren BürgerInnen, örtlichen Organisationen und der Privatwirtschaft zu treten, um gemeinsam an Fragestellungen und Visionen zu arbeiten.

Agenda 21-Gipfel 2017 - Gemeinsam "Anpacken"

Zwei Tage lang, vom 14. – 15. September 2017, stand beim 8. Österreichische Agenda 21-Gipfel im Bildungshaus St. Virgil, in der Stadt Salzburg, das Thema Beteiligung im Mittelpunkt. Teilgenommen haben eine Vielzahl an VertreterInnen aus Politik und Verwaltung, RegionalmanagerInnen und ProzessbegleiterInnen sowie interessierte BürgerInnen aus ganz Österreich.

Fr. LH.-Stv. Dr. Astrid Rössler eröffnete den Gipfel mit anregenden Worten zu Mitverantwortung und Zusammenhalt in der Gesellschaft:

„Vertrauen ist die leiseste Form von Mut.“

Die Eröffnungsrede von Hr. Mag. DI DDr. Reinhard Mang, Generalsekretär des BMLFUW, unterstreicht die Bedeutung zur Verantwortung gegenüber des Klimawandels, der Stärkung des ländlichen Raums sowie die Bedeutung der Bildungs- und Wissensgesellschaft.

„Wir leben in sehr spannenden und herausfordernden Zeiten. Agenda 21 ist prädestiniert diese kommenden Probleme gemeinsam zu lösen.“

Der Beitrag von Hr. Gerald Koller, Risikopädagoge und changemaker, zeigte auf, wie wir mit gesellschaftlicher Transformation umgehen können und wie wichtig es ist, gemeinsam „anzupacken“. Innovation als Einlassen auf das Ungewisse und Loslassen von Alten, dem ständigen Wandel begegnen mit wandelnden Methoden oder die Bedeutung der Empathie, im Sinne eines Perspektivenwechsels als Basis der Demokratie.

„Empathie ist der Baustoff unserer Zukunft. Es ist die menschliche Fähigkeit Komplexität zu bewältigen und DAS Adaptionsinstrument mit Veränderung umzugehen.“

Fr. Dr. Kriemhild Büchel-Koppeller zeigte Gründe für und oft gehörte Argumente gegen Bürgerbeteiligung auf. Doch das Selbstverständnis der Kommunen wandelt sich. Das Prinzip „die öffentliche Hand gibt, BürgerInnen konsumieren“, wandelt sich zu „weniger verwalten, mehr gemeinsam gestalten“, Stichwort soziale Innovation:

„Wir müssen erkennen: die alten Muster funktionieren nicht mehr. Bürgerbeteiligung ist kein Allheilmittel. Nur miteinander werden wir die großen Herausforderungen unserer Zeit lösen.“

Weiters wurden die Ergebnisse der im Vorfeld durchgeführten Befragung zur Verbesserung der Lokalen Agenda 21 vorgestellt. Darauf folgten Workshops, Diskussionsrunden, Themenwanderung sowie Exkursionen zu verschiedensten Beispielen der BürgerInnenbeteiligung. Das Regionalmanagement begleitete dabei als „Host“ für Fr. Monika Vukelic-Auer, MBA, welche die Stadtteilarbeit in Kapfenberg vorstellte.

Beim 8. Agenda 21-Gipfel konnte sich zu unterschiedlichsten Projekten, Methoden und Erfahrungen ausgetauscht werden. Doch auch Herausforderungen bei Prozessen und der Mut zum Scheitern wurden diskutiert u.a. bei der Podiumsdiskussion mit Ö1 Moderator Johannes Kaup.

Zum Nachlesen, Durchblättern und Informieren – hier finden Sie Unterlagen zum Gipfel:

Bericht zum Agenda 21-Gipfel 2017: Ein Blick zurück_Agenda 21 Gipfel in Salzburg

Ergebnisse der Online-Befragung 2017: „Weiterentwicklung Lokale Agenda 21“: Welche Beteiligungskultur wünschen wir uns?

Fotos und Plakate: https://www.salzburg.gv.at/themen/umwelt/nachhaltigkeit/la21/agenda21-gipfel