Stadtregion SZR (2014-2015)

Die zunehmende Entflechtung von Wohnen, Arbeiten und Freizeit haben zu wachsenden Verkehrsströmen und einer starken Zunahme des Flächenverbrauchs beigetragen. Diese Entwicklung erfordert für die Stadtregion eine geänderte Steuerung und die Ergreifung abgestimmter Maßnahmen in verschiedenen sektorübergreifenden Handlungsfeldern, sowohl in räumlicher Hinsicht als auch in Hinblick auf die optimale Nutzung der stadtregionalen Entwicklungspotentiale.

Im Rahmen des steiermarkweit laufenden Prozesses der Gemeindestrukturreform wurde zwischen dem Land sowie den Bürgermeistern der Stadt Graz und den Gemeinden Feldkirchen bei Graz, Gössendorf, Grambach, Hart bei Graz, Pirka, Raaba, Seiersberg und Stattegg ein gemeinsamer kooperativer Weg für die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Graz und den Umlandgemeinden beschlossen

 

Ergebnisse des Prozesses

Mit dem stadtregionalen Entwicklungskonzept wurden, aufbauend auf einer umfassenden Analyse der kommunalen Infrastruktur sowie einem Monitoring der bisherigen Zusammenarbeit, Kooperationspotenziale identifiziert, um die künftigen Herausforderungen der kommunalen Aufgaben effizienter und sektorenübergreifend erledigen zu können bzw. um Ressourcen zu sparen und Synergien zu nutzen.

Aufbauend auf einer Bestandsanalyse haben sich folgende Arbeitsgruppen gebildet, deren Ergebnisse wiederum in den Prozess des Entwicklungsleitbildes 2014+ übernommen wurden.

Raumordnung, Standortentwicklung

  • Schaffung von nötigen Rahmenbedingungen für stadtregionale Standortentwicklung (Raumordnung, ÖV Angebot, interkommunaler Finanzausgleich)
  • Entlastung der örtlichen Raumplanung bei gewissen „Entscheidungsnotständen“ durch das REPRO (Regionales Entwicklungsprogramm, Revision)
  • Planung und Werterhaltung der grünen Infrastruktur in der Stadtregion (Grünes Netz Graz, GU Süd und GU 8)
  • Stadtregionale Angebotsvernetzung im Bereich Naherholung (Schöckl, Thalersee, Plabutsch-Buchkogel)

Verkehr, Umweltqualität

  • Bessere Abstimmung durch Informationsaustausch über Status Quo der geplanten Verkehrsprojekte
  • Einheitlicher Tarif für die Kernzone Stadtregion
  • Einrichtung eines überregionalen Verkehrsmanagements als „ÖV Plattform Stadtregion“
  • Nachhaltiges ÖPNV-Finanzierungsmodell
  • Park and Ride Plätze schaffen - quellnah und mit hoher Akzeptanz
  • Nahverkehrsknoten gemeinsam planen und finanzieren
  • „Flüssige“ Einfahrtsstraßen, optimierte Zugänge
  • Verbesserungen für den Rad- und Fußgängerverkehr
  • Stadtregional koordinierte Bestellung von Leistungen
  • E-Mobilität
  • Carsharing forcieren

Kommunale Infrastruktur

  • Winterdienst und Erhaltung der Gemeindestraßen: Kooperation Winterdienst
  • Bauhofkooperationen: Beschaffung – Infrastruktur, Stadtraum – gemeinsame Betriebsmittel (Winterdienst etc.), Schlüsselpersonal, Spezialequipment
  • Hochwasserschutz: Naturgefahrenmanagement, Flächen freihalten für Hochwasserschutz, Entwässerung, Wasserschutzgebiete
  • Wärmeversorgung / Energieversorgung: Fernwärme aus/für den Norden, Kreislaufwirtschaft Wärmversorgung durch Thermische Nutzung von Abfällen, Smart Cities – Nachhaltige Energieversorgung
  • Wasserversorgung / Abwasserreinigung: Personalbereitstellung, gemeinsame Beschaffung, Finanzierungsmodelle zur Erhaltung der Trink- und Abwassernetze, Oberflächenentwässerung, Wasserdienstleistungen überregional
  • Abfallwirtschaft: Überregionale Tourenplanung, gemeinsame, laufende Öffentlichkeitsarbeit zu Schwerpunktthemen, z.B. Altstoffsammlung, Ressourcenschonung „Verpackungswahnsinn“ – Konsumverhalten. Thermische Nutzung von Abfällen, Unterschiedliche Gebührengestaltung – Kostenwahrheit bei Gebühren, Müllvermeidung

Hervorzuheben ist, dass es im Prozess Stadtregion 2014+ gelungen ist, unter den sieben Projektgemeinden ein sehr konstruktives Arbeitsklima und eine persönliche Vertrauensbasis der PolitikerInnen und VerwaltungsmitarbeiterInnen zu schaffen. Dies ist nun eine ideale Basis, um die Zusammenarbeit und Kooperationen nachhaltig voranzutreiben.