BAUKULTUR: Bauen im Steirischen Zentralraum

In elf Workshops wurde ein gemeinsames Commitment der Gemeinden zum alltäglichen Bauen für ein wünschenswertes Orts- / Stadt- und Landschaftsbild in der Region geschaffen. Nun geht es an die Umsetzung des Leitbildes!

Leitbild-Workshop in Frohnleiten; (c) RM SZR

Leitbild-Workshop in Kalsdorf bei Graz; (c) RM SZR

Leitbild-Workshop in Geistthal-Södingberg; (c) RM SZR

Leitbild-Workshop in Hart bei Graz; (c) RM SZR

51 Gemeinden, ein gemeinsames Projekt, eine fachliche und thematische Vielfalt rund um das alltägliche Bauen in der Region, das sind verkürzt und vereinfacht Ausgangslage und Rahmenbedingungen.

Bauen im Steirischen Zentralraum in seiner Vielfalt abzubilden, ist eine mehrfache Annäherung. Mit der gemeinsamen Entwicklung eines regionalen baukulturellen Leitbildes wurden erste Schritte dazu gesetzt. Dabei wird nicht nur die Siedlungserweiterung betrachtet, auch eine dauerhafte Sicherung des baukulturell wertvollen Bestands und die qualitative Nutzung vorhandener Flächenressourcen ist Teil der Überlegungen.

Zur Abwicklung des Projektes:

  1. Die Region Steirischer Zentralraum wurde in vier Teilräume gegliedert. Anmk.: Die Stadt Graz wurde aufgrund ihrer Alleinstellung bewusst nicht mitaufgenommen.
  2. Baukulturelle Bestandsaufnahmen in den Teilregionen wurden durchgeführt und dienen als fachliche Grundlage.
  3. In Workshops mit GemeindeverteterInnen und ExpertInnen wurden Erkenntnisse aus den Bestandsaufnahmen diskutiert und inhaltlich bearbeitet.
  4. Das Baukulturelle Leitbild gilt als Positionierung der Region und ihrer Gemeinden, formuliert einen gewünschten Zielzustand, gibt Orientierung und beinhaltet Empfehlungen zur Zielerreichung.

Kürzlich wurde in der Stadtgemeinde Frohnleiten die Workshopreihe zur Leitbilderstellung mit den insgesamt 11 Arbeitstreffen abgeschlossen. An den Sitzungen nahmen VertreterInnen von Gemeinden aus Politik und Verwaltung, sowie ExpertInnen, wie Bausachverständige, ArchitektInnen und RaumplanerInnen teil. Im Mittelpunkt der inhaltlichen Betrachtung standen die Themenfelder Kulturlandschaft, Gebäude und ihre Gestaltungsaspekte, wie Situierung, Farbgebung, sowie Themen der Versiegelung, Grünausstattung und Gewerbegebiete.

Die Umsetzung und Anwendung des Leitbildes war ein Hauptdiskussionspunkt und soll mit weiteren Maßnahmen unterstützt werden. Motto: Nicht der kleinste, gemeinsame Nenner, sondern das größte, gemeinsame Vielfache wurde als Ziel der inhaltlichen Arbeit herausgekehrt.

Weitere Aktivitäten im Projektjahr 2020:

  • Baukulturelles Leitbild (Ergänzung und Endredaktion) – als politisches Commitment mit Grundsätzen und Empfehlungen.
  • Erstellung eines anwendungsorientierten baukulturellen Leitfadens für den Steirischen Zentralraum, für eine breite Zielgruppe, u. a. Bauwerber, Planer, Bevölkerung etc. mit Anregungen zum alltäglichen Bauen auf Basis der Ergebnisse aus dem Prozess.
  • Präsentation von Leitbild und Leitfaden
  • Öffentlichkeitsarbeit, Medienpräsenz

Projektziel ist das Verständnis für qualitativ hochwertiges und landschafts- und gebietsbezogenes Bauen zu fördern, sowie den Umgang mit bestehenden Strukturen und Entwicklungen, wie etwa den Klimawandel, zu berücksichtigen.


Baukulturelles Commitment des Steirischen Zentralraums:

Baukultur wird als die qualitätsvolle Weiterentwicklung der Orte und als positiver Standortfaktor der Region anerkannt.

Die Gemeinden bekennen sich zu einem hohen Qualitätsanspruch bei Neu-, Um- und Zubauten sowohl im Wohnbau als auch bei Gewerbe und landwirtschaftlichen Bauten.

Man ist bestrebt wertvolle Ensembles und Gebäude zu schützen und in ihrer Qualität langfristig zu erhalten.

Eine frühzeitige Beratung der Bauwerber, leitbildorientierte Beurteilung von Bauvorhaben, sowie Einrichtung von Gestaltungsbeiräten sind wertvolle Instrumente zur Umsetzung des Leitbildes.

Städtebauliche und baukünstlerische Wettbewerbe werden insbesondere bei kommunalen Bauten und im Wohnbau angewendet.

 

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